Das Problem
Sie wurden in der Türkei festgenommen und befinden sich seit weniger als 48 Stunden in Polizeigewahrsam. Sie wissen nicht, wie lange Sie festgehalten werden dürfen, welche Rechte Sie haben oder was als nächstes passiert.
Wie das Gesetz in der Türkei funktioniert
Nach türkischem Recht kann die Polizei Sie für bis zu 24 Stunden in Gewahrsam (Gözaltı) nehmen, bei Terrorismus- oder organisierten Verbrechensvorwürfen bis zu 4 Tage. Innerhalb dieser Frist muss die Polizei Sie entweder freilassen oder einem Staatsanwalt vorführen. Der Staatsanwalt entscheidet dann, ob er den Fall fallenlässt, Sie unter Auflagen freilässt oder einen Richter um Untersuchungshaft (Tutuklama) ersucht.
Was der Tourist tun sollte
Bestehen Sie sofort auf Ihrem Recht zu schweigen und fordern Sie einen Anwalt an. Geben Sie nur Ihre grundlegenden Identitätsdaten an. Unterschreiben Sie kein Dokument auf Türkisch ohne einen vereidigten Dolmetscher. Bitten Sie die Polizei, Ihre Botschaft zu benachrichtigen — dies ist Ihr gesetzliches Recht nach dem Wiener Übereinkommen über konsularische Beziehungen.
Die Risiken
Ohne anwaltliche Vertretung in den ersten 24 Stunden riskieren Sie ein falsches Geständnis durch mangelhafte Übersetzung. Wenn der Richter Untersuchungshaft anordnet, können Sie monatelang in einem türkischen Gefängnis festgehalten werden, bevor Ihr Verfahren überhaupt beginnt.
LetFix Lösung
In den ersten 48 Stunden nach einer Festnahme ist schnelles anwaltliches Handeln entscheidend. Ein Strafverteidiger kann bei der Polizei intervenieren, rechtswidrige Befragungen blockieren und vor dem Richter Ihre Freilassung erwirken.

