Das Problem
Sie werden in Handschellen gelegt, auf die Rückbank eines Polizeiwagens gesetzt und zu einer lokalen Station gebracht. Die Beamten sprechen schnell auf Türkisch, nehmen Ihre Fingerabdrücke und stecken Sie in eine Arrestzelle. Die Angst vor dem Unbekannten ist lähmend, und Sie wissen nicht, wann Sie gehen oder mit Ihrer Familie sprechen können.
Wie das Gesetz in der Türkei funktioniert
Eine Festnahme folgt einem strengen rechtlichen Zeitplan. Zuerst werden Sie in Polizeigewahrsam (Gözaltı) genommen, der bei gewöhnlichen Straftaten bis zu 24 Stunden dauern kann (bei organisierter Kriminalität/Terrorismus bis zu 4 Tage). Nachdem Ihre Aussage aufgenommen wurde, muss die Polizei Sie dem Gericht vorführen. Dort prüft ein Staatsanwalt die Beweislage und entscheidet, ob Sie freigelassen oder einem Richter (Sulh Ceza Hakimi) mit einem Antrag auf formelle Verhaftung (Tutuklama) oder richterliche Auflagen (wie Reiseverbot) vorgeführt werden.
Was der Tourist tun sollte
Ihre einzige Aufgabe ist es, Ihre Rechte geltend zu machen. Sagen Sie: „Susma hakkımı kullanmak istiyorum" (Ich möchte mein Schweigerecht nutzen) und „Avukat istiyorum" (Ich möchte einen Anwalt). Bitten Sie die Polizei, die Botschaft Ihres Landes zu benachrichtigen. Beantworten Sie keine Fragen zum Vorfall und unterschreiben Sie auf keinen Fall das gedruckte Protokoll, wenn Sie es nicht vollständig verstehen.
Die Risiken
Das kritische Risiko liegt in den ersten 24 Stunden. Ohne Anwalt könnten Sie aufgrund schlechter Übersetzung eingeschüchtert werden, ein falsches Geständnis abzulegen. Ordnet der Richter formelle Untersuchungshaft an, werden Sie in eine geschlossene Haftanstalt überführt. Sie könnten dort Monate bleiben, bevor Ihr eigentlicher Prozess überhaupt beginnt.
LetFix Lösung
Das Zeitfenster zwischen der Festnahme auf der Station und der Vorführung vor den Richter ist Ihre einzige Chance, das Gefängnis zu vermeiden. Unsere Strafverteidiger greifen sofort auf der Polizeistation ein, blockieren unrechtmäßige Befragungen und kämpfen für Ihre Freilassung am Gericht.

